Sic transit gloria veritatis…

2018 flog auf, dass der Journalist Claas-Hendrik Relotius große Teile seiner Artikel und Interviews, viele davon für renommierte Zeitungen und Magazine, wie z.B. den „Spiegel“, frei erfunden hat.

Ein Erdbeben erschütterte die deutsche Medienbranche.

Das war schon schlimm genug, doch handelte es sich dabei „nur“ um die private Medienszene.

Doch nun steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk am Pranger und muss um seine Glaubwürdigkeit, die wichtigste Währung im Mediengeschäft, zittern.

In der ZDF-Sendung „heute journal“ vom 15. Februar 2026 wurde über den Einsatz der ICE-Behörden in den USA berichtet – so weit, so legitim. Doch zur Illustration des Beitrags verwendete die Redaktion nicht authentisches Filmmaterial. Stattdessen kam ein Video zum Einsatz, das von einer KI generiert worden war.

Besonders peinlich: Die Moderatorin der Sendung, Dunja Hayali, hat in der Einleitung des Beitrags sogar noch vor gefälschten Videos gewarnt:

„Wer in den sozialen Netzwerken unterwegs ist, wird festgestellt haben, dass es sehr viele Videos zu den Einsätzen der ICE-Truppen von Donald Trump gibt. Nicht alle sind echt, aber doch sehr viele.“

Das klang einerseits nach einer Kritik an der Unzuverlässigkeit von „Social Media“, die derzeit stark unter Beschuss stehen (Stichwort „Social Media“-Verbot für Kinder und Jugendliche). Andererseits sollte es wohl dazu dienen, die wichtige Rolle seriöser Journalisten in den Institutionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu betonen.

Doch dieser Anspruch ist nun mindestens schwer beschädigt worden.

Ganz egal, ob es sich bei dem Vorfall um einen handwerklichen Fehler (was immer das sein könnte) gehandelt hat oder um Absicht: So etwas darf nicht passieren, schon gar nicht einem öffentlich-rechtlichen Sender wie dem ZDF, schon gar nicht in einer Demokratie wie Deutschland.

Das Vertrauen in die von ihren Kritikern als „Systemmedien“ verunglimpften Institutionen ist über die letzten Jahre rapide gesunken. Das war nicht zuletzt darauf zurückzuführen, dass viele Menschen sich bei Themen wie „COVID 19-Impfung“ und „Ausländerkriminalität“ vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk und den – vielleicht – früher als qualitativ hochwertig eingestuften privaten Medien, wie z.B. dem „Spiegel“, zunehmend belogen fühlten. Und zwar ganz unabhängig davon, ob es dafür objektive Gründe gegeben hätte.

Ein solcher Vertrauensverlust ist beängstigend.

Denn wenn die Bürger in einem demokratischen Rechtsstaat dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht mehr trauen können, wandern sie zu sogenannten „alternativen Medien“ ab, wo sie sich mit „Fake News“ und Propaganda, mit Emotionen, statt mit Fakten, mit Munition für ihren Hass auf „das System“ versorgen.

Und das bringt die Demokratie selbst in Gefahr.

Dabei ist die Frage der Legitimität einer per Gesetz verpflichtend zu bezahlenden Rundfunkgebühr für einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der KI-generierte Videos zeigt und als echt ausgibt, noch gar nicht berührt. Denn ganz ehrlich: Warum sollten die Bürger Deutschlands auch nur einen Cent dafür ausgeben müssen, belogen zu werden?

Glauben & Frieden

Heute ist der Tag der Weltreligionen.

Er findet jedes Jahr am dritten Sonntag im Jänner statt und ist dem interreligiösen Dialog gewidmet.

Erfunden wurde dieser Tag von der amerikanischen Bahai-Gemeinde 1950 – und das macht insofern Sinn, als diese Religion, die im 19. Jahrhundert im Iran entstand, die Welt als ein einziges Land und alle Menschen als seine Einwohner ansieht.

Die Bahai lehnen religiösen Fanatismus und Gewalt ab und treten stattdessen für Frieden zwischen Religionen und Nationen und die Einheit der Menschen ein.

Das ist ein hehres Ideal und tatsächlich beanspruchten es auch andere Religionen, zumindest in der Theorie, immer wieder.

Die Praxis sah und sieht leider anders aus.

Noch immer gibt es Konflikte weltweit, derzeit um die 60 verschiedene – doch nur ein kleiner Teil davon (fünf bis zehn Prozent) ist primär auf religiöse Ursachen zurückzuführen.

Das ist einerseits gut, weil es zeigt, dass die Welt unterm Strich dem Ideal der Bahai in Bezug auf den Frieden zwischen den Religionen sehr nahe kommt.

Andererseits jedoch ist es auch ernüchternd, denn wenn fast 100 Prozent der Konflikte auf anderen als auf religiösen Gründen beruhen, stehen die Chancen, sie durch interreligiöse Verständigung auflösen zu können, nicht sehr gut.

Schaden kann es aber bestimmt nicht, wenn es Dialoge gibt – auch zwischen den Vertretern unterschiedlicher Religionen.

Was nun?

Konrad Paul Liessmann ist wohl der bekannteste lebende Philosoph Österreichs und hat bis auf den heutigen Tag rund 40 Bücher geschrieben, für ein paar weitere zeichnet er als Herausgeber verantwortlich.

Sein neuestes, 2025 erschienenes Werk trägt den zum Mit- und Nachdenken anregenden Titel „Was nun?“ und ist eine Sammlung von Essays, die – so der Untertitel des Bandes – „eine Philosophie der Krise“ anbieten.

Der Titel mag eine Anspielung auf denjenigen eines anderes Buches sein: „Was tun?“ von Wladimir Iljitsch Lenin, wenn auch Liessmanns Essay-Sammlung wenig mit dem Buch Lenins gemein hat, in welchem dieser die Theorie der „Avantgarde des Proletariats“ entwickelte.

Worum geht es aber nun in der „Philosophie der Krise“ von Konrad Paul Liessmann?

Um die Krise in unterschiedlichen Bereichen der menschlichen Existenz der Gegenwart:

Parlamentarische Demokratie, Begehren, Wissenschaft, Sprache, Meinungsfreiheit, Mobilität und Kunst, um nur ein paar Beispiele zu nennen, nimmt Liessmann unter die Lupe.

In all den besprochenen Feldern diagnostiziert der Autor Krisenphänomene, die schon längst auf eine Analyse gewartet haben, denn wenn auch die Diagnose nicht gleich die Therapie sein kann, ein unverzichtbarer erster Schritt ist sie allemal.

Dass alle potenziellen Leser die Sicht Liessmanns teilen, darf bezweifelt werden, sind doch viele der von ihm konstatierten Krisen das erwünschte oder zumindest in Kauf genommene Ergebnis verkrampfter Versuche ideologischer Fanatiker, die Welt zu verbessern.

Gerade ihnen würde man die Lektüre von „Was nun?“ besonders an Herz legen wollen, wenn man nur hoffen könnte, dass diese ihnen dabei helfen würde, die Krise ihres eigenen Denkens zu überwinden.

Zwanghafte Selbstbestimmung

Seine Kritiker haben es geschafft:

Harald Mahrer musste sich von seinem Posten als Präsident der WKO zurückziehen.

Nachdem laut geworden war, dass Mahrer in ökonomisch schwierigen Zeiten seinen Mitarbeitern eine saftige Gehaltserhöhung von über vier Prozent gönnen wollte, kam auch er selbst aufgrund seiner zahlreichen (bezahlten) Tätigkeiten unter Beschuss.

So war er unter anderem auch seit ein paar Jahren Präsident der Österreichischen Nationalbank.

Mehrfachtätigkeiten im Auftrag der Republik seien problematisch, insbesondere dann, wenn es sich dabei um bezahlte Jobs handelt, so ein wesentliches Argument der Kritiker Mahrers.

Sein hohes Gehalt als WKO-Präsident dürfte diesen ebenfalls sauer aufgestoßen sein.

Zuletzt bezog Mahrer aus dieser Tätigkeit 15.000,- Euro brutto pro Monat. Zusammen mit seinem Einkommen als OENB-Präsident (88.000,- Euro brutto pro Jahr) ergab das satte 268.000,- Euro.

Nun mag man darüber streiten, ob so viel Geld für einen Manager fair, zu viel oder vielleicht sogar zu wenig ist, doch das ist nicht der essenzielle Punkt, um den es in der Debatte ging.

Denn der beruht vielmehr auf der Tatsache, dass die WKO per Gesetz dazu berechtigt ist, von ihren Mitgliedern Beiträge zu kassieren.

Darf ein Manager in einem nicht-privaten Unternehmen, dessen Dienstleistung gekauft werden muss, so viel Geld verdienen – das ist die Kernfrage.

Natürlich darf man sie stellen und selbstverständlich auch mit „Nein.“ beantworten.

Doch wenn man das tut, sollte man, um konsistent zu bleiben, die Frage auch an andere Bezieher von Geld richten, die dieses aufgrund gesetzlicher Vorgaben bekommen und nicht, weil sie es am freien Markt aufgrund ihrer Leistung verdienen (und somit auch verdienen).

Wie wäre es mit den Präsidenten der AK?

Derjenige von Wien bezieht ungefähr gleich viel wie der WKO-Präsident.

Und was ist mit Armin Wolf, ZIB2-Moderator und Chefredakteur (auch das ist übrigens eine Doppelfunktion, die mit derselben Logik – siehe oben – kritisch hinterfragt werden könnte)?

Der ORF hebt Gebühren von uns allen ein, was ihm per Gesetz zugestanden wird, ganz egal, ob jemand sein Angebot nutzt oder nicht.

Armin Wolf bezog im Jahr 2024 exakt 266.855,- Euro brutto.

Ist das angemessen?

Ist es angemessener als das Gehalt von Harald Mahrer?

Man kann für die Existenz des öffentlich-rechtlichen Rundfunks eintreten und dennoch bestreiten, dass solch hohe Gehälter legitim sind.

Interessanter Weise fand eine Diskussion darüber im Rahmen der öffentlichen Auseinandersetzung über Harald Mahrer ebensowenig statt wie eine über die Bezüge der AK-Präsidenten.

Der Coup von Paris

Dienstag, der 21. Oktober 2025, wird in die Geschichte Frankreichs eingehen.

Vier Unbekannte haben dem berühmtesten Museum der Welt einen Besuch ohne Eintrittskarte abgestattet und Juwelen im Wert von über 80 Mio. Euro gestohlen – untertags, während der Louvre geöffnet war.

Die unverschämten Räuber haben dazu einfach einen LKW mit Hebebühne vor dem Gebäude abgestellt, zwei von ihnen sind damit über einen Balkon ins Gebäude eingedrungen.

Bei der Flucht auf Motorrollern haben sie eines der acht entwendeten Stücke, eine Krone von Kaiserin Eugenie, der Ehefrau Napoleons III., verloren.

Ein schwacher Trost, wenn man bedenkt, dass das Risiko, die gestohlenen Pretiosen nie mehr wieder zu sehen, groß ist.

Zwar ist es unwahrscheinlich, dass der Auftrag zum Diebstahl von einem privaten Sammler erteilt worden ist.

Und auch die Gefahr, dass die Juwelen verkauft werden könnten, hält sich in Grenzen, handelt es sich dabei doch um heißeste heiße Ware.

Doch genau das ist wohl auch das Gefährliche an der Sache: Die Diebe könnten die Schmuckstücke zerlegen, den Juwelen einen neuen Schliff geben, um sie einzeln verkaufen zu können, und die Edelmetalle einschmelzen.

Falls das geschieht, sind die gestohlenen Schätze für immer verloren – was nicht bloß ein finanzieller Schaden für das Museum, sondern auch ein ideeller für die gesamte Welt sein würde.

Worte statt Taten

Ich kannte Charlie Kirk nicht.

Der US-Amerikaner mit seinen ausgesprochen konservativen Ansichten trat erst in mein Blickfeld, als er vor fünf Tagen bei einem seiner Auftritte an einer Universität von einem Attentäter erschossen wurde.

Die Berichte, die daraufhin die Medien fluteten, lassen sich zwei unterschiedlichen Kategorien zuordnen:

Entweder sie bezeichnen Kirk als großartigen Mann, der einer Radikalisierung der politischen Linken zum Opfer gefallen sei, oder sie nennen seine Ermordung pro forma verwerflich, verhehlen aber nicht, dass das Opfer irgendwie selbst schuld daran sei, getötet worden zu sein.

Seitdem die Medien erstmals über das Attentat berichtet haben, habe ich mir mehrere Videos der Auftritte Charlie Kirks im Internet angesehen. In manchen Punkten gebe ich ihm recht, in vielen würde ich ihm – wenn ich jemals mit ihm diskutiert hätte – wohl widersprochen haben.

Doch unabhängig davon, wie man Kirk weltanschaulich einordnet – und das hängt wohl davon ab, wo man sich selbst im politischen Spektrum verortet -, eines hat ihn nachweislich von vielen anderen Menschen, die sich politisch engagieren, unterschieden:

seine Bereitschaft, mit Menschen zu diskutieren, die nicht seiner Meinung waren.

Aber ist es nicht genau das, was wir tun sollten, was unsere Welt braucht, einen Dialog über die Grenzen unserer Ansichten hinwegführen, in einer Zeit, in der die Grautöne immer mehr verloren gehen zugunsten einer vereinfachten Schwarz/Weiß-Sicht auf die Welt?

Es ist tragisch, wenn ein Mensch stirbt, weil ein anderer nicht damit leben kann, dass jener eine Meinung vertritt, die seiner widerspricht.

Islamisches Recht in Österreich?

Auf den ersten Blick scheint es irritierend:

Zwei Unternehmer in Wien haben sich auf die Anwendung der Scharia geeinigt und einen entsprechenden Schiedsrichter festgelegt.

Was hat eine religiöse Rechtsprechung in einem per definitionem säkularen Rechtsstaat zu suchen?

Intuitiv würden die meisten von uns wahrscheinlich sagen: „Nichts!“

Doch die Aufregung über den konkreten Fall und die dahinterstehende, vom österreichischen Recht abgesicherte, Struktur dürfte ein Sturm im Wasserglas sein.

Zunächst einmal ist es im Privatrecht möglich, sich auf Regeln und einen Schiedsrechter, der über ihre Einhaltung wacht, zu einigen – und so lange die betroffenen Parteien, in diesem Fall: zwei Privatpersonen, damit einverstanden sind, ist das legal und legitim.

Doch davon abgesehen hat der Gesetzgeber ohnedies eine Art Sicherheitsnetz eingebaut:

Solche privaten, freiwillig von den Betroffenen eingegangenen juristischen Vereinbarungen und Verpflichtungen sind nur dann zulässig und somit rechtlich bindend, wenn sie nicht gegen Grundwerte des österreichischen Rechts verstoßen.

Es wäre also beispielsweise unmöglich, dass zwei Erwachsene per Vertrag eine Art „Herr und Sklave“-Verhältnis zu einander besiegeln – nun, zumindest eines, das rechtlich bindende Verpflichtungen, die einklagbar wären, etabliert.

Der konkrete Anlassfall ist nur deshalb publik geworden, weil einer der beiden Vertragspartner mit dem Spruch des mit dem anderen Vertragspartner gemeinsam festgelegten Schiedsrichters nicht einverstanden war.

Die Begründung des Betroffenen, für die Weigerung, diesen Schiedsspruch zu befolgen, lautet sinngemäß:

Die Scharia werde von Gelehrten verschieden ausgelegt, die Berufung auf diese verstoße gegen Grundwerte des österreichischen Rechts.

Das (österreichisches) Gericht sah dies – auf Basis der oben skizzierten rechtlichen Rahmenbedingungen – anders:

Der Urteilsspruch konfligiert nicht mit den österreichischen Grundwerten und ist daher gültig.

Das Einzige, was der mit diesem Urteilsspruch nicht Zufriedene aus der Sache lernen könnte (und sollte):

Es hat einen guten Grund, warum wir, die wir in einem säkularen Rechtsstaat leben, unsere Gesetze und ihre Auslegung einer langen Tradition der permanenten Reflexion, Kritik und Verbesserung auf Basis von Vernunft, von Logik und wissenschaftlicher Empirie verdanken und nicht einer religiösen Tradition.

Altern!

Wir werden immer älter.

Das ist per se eine gute Nachricht.

Doch mit dieser Tatsache geht eine andere einher, die weniger gut ist:

Wenn das Durchschnittsalter kontinuierlich steigt, bedeutet das zwangsläufig, dass immer weniger junge, noch erwerbstätige Menschen, immer mehr ältere, in Pension befindliche, erhalten müssen.

Das geht sich auf Dauer, mathematisch betrachtet, nicht aus.

Die Lösung:

Ein Anstieg des realen (und dazu natürlich vorerst des gesetzlichen) Pensionsalters.

Leider sträuben sich vor allem linke Parteien gegen diese Wahrheit und versuchen, ihrem Klientel Sand in die Augen zu streuen.

Eine Anhebung des Pensionsalters würde Menschen belasten, die ohnehin ihr Leben lang schwer gearbeitet haben.

Doch das ist billiger Populismus.

Denn jene Menschen, die tatsächlich körperlich schwer arbeiten, sollen natürlich nicht dazu verpflichtet werden, bis ins hohe Alter hinein weiter schuften zu müssen.

Doch das betrifft in einem Land wie Österreich immer weniger Menschen.

All jene von uns, die nicht im Bergbau, in der Stahlfabrik oder auf der Baustelle arbeiten, können und sollten länger arbeiten, wenn die durchschnittliche Lebenserwartung steigt.

Ungerecht ist daran gar nichts, im Gegenteil:

Es wäre ungerecht, keine Anpassung des Pensionsalters vorzunehmen.

Das Unfassbare ist unfassbar

Nach dem Amoklauf an einer Grazer Schule am 10. Juni 2025, bei dem elf Menschen, darunter der Attentäter, getötet wurden, herrscht Fassungslosigkeit.

Wie konnte es dazu kommen, was waren die Ursachen, wie können solche Fälle in Zukunft verhindert werden?

Die schlechte Nachricht zuerst:

Ganz ausschließen werden sich solche Taten wohl auch in Zukunft nicht lassen.

Wer andere Menschen töten will, findet Mittel und Wege, diesen Plan in die Tat umzusetzen – Hieb- und Stichwaffen (Äxte und Messer sind legal erhältlich) eignen sich dazu, wer Zugriff auf ein Auto hat, kann damit in eine Menschenmenge rasen.

Sollen die Zugangsmöglichkeiten zu Waffen verschärft, der private Waffenbesitz allgemein verboten werden?

Experten streiten sich darüber, ob das ein Massaker wie jenes von Graz wirklich verhindern könnte.

Doch vielleicht würde es durch strengere Regelungen nicht so leicht möglich sein.

Wenn das zutrifft, kann man über Verschärfungen des Gesetzes reden.

Bleibt die Frage, warum ein junger Mensch von 21 Jahren loszieht und wahllos Menschen tötet.

Auf diese Frage gibt es wahrscheinlich keine Antwort, auch wenn die Ermittler eifrig nach möglichen Motiven für die Tat suchen.

War der Amokläufer ein Schulkind, das von Mitschülern gemobbt worden ist?

Selbst wenn das zuträfe – was bisher nicht bestätigt wurde -, würde das immer noch nicht eine Erklärung liefern, nach der wir alle uns sehnen.

Die Wahrheit dürfte der Tragik des Anschlag selbst noch eine weitere hinzufügen:

Für Vorfälle wie jenen von Graz gibt es keine Erklärung.

Sie sind unzugänglich für die Vernunft.

Keine verschwendete Liebesmüh‘

Nun hat doch tatsächlich Österreich wieder einmal den Sieg beim Eurovision Song Contest (ESC) geholt.

Dass man mit Operngesang einen Popmusik-Wettbewerb gewinnen kann, mag überraschen.

(Gemäß Publikumsvoting hätte Johannes Pietsch („JJ“) übrigens nicht den ersten Platz erreicht, die Fachjury hat ihm aber letztlich den Sieg gebracht, völlig zu Recht.)

Während die Meinungen darüber auseinander gehen, ob die Tatsache, dass Israel sich Österreich geschlagen geben musste, Ausdruck einer „politischen“ Entscheidung gewesen sein könnte – der Antisemitismusvorwurf gegen die Jury stand im Raum -, lässt sich konstatieren:

Zwar mag es in Zeiten wie diesen, in denen so gut wie alles politisch ist (oder als politisch gesehen wird), unglaublich erscheinen, aber es hat wohl tatsächlich das Land mit dem besten Beitrag gewonnen.

Und genau so sollte es eigentlich auch sein.