Der Kunst ihre Freiheit. Der Meinung auch

Die österreichische Kabarettistin Lisa Eckhart ist in Verruf gekommen:

Einige ihrer Gags wären antisemitisch.

Wer Eckharts Programme schon einmal gesehen hat, kann dieser Behauptung nichts abgewinnen.

Tatsächlich mag dem Zuhörer gelegentlich das Lachen im Halse stecken bleiben – allerdings erst, nachdem es schon zur Hälfte den Rachen verlassen hat.

Ist es unzulässig als Österreicherin und Nichtjüdin Witze über Juden zu machen, noch dazu solche, die mit antisemitischen Klischees spielen?

Ich weiß, dass dies – nicht zuletzt auch in der jüdischen Community – umstritten ist.

Doch kurz noch einmal zurück zu Lisa Eckhart:

Ich für meinen Teil bin davon überzeugt, dass sie keine Antisemitin ist.

Aber selbst wenn diese Frage ungeklärt oder unklärbar wäre und auch nur die kleinste Möglichkeit bestünde, dass sie doch eine Antisemitin wäre:

Sollten wir sie boykottieren?

Nein, sollten wir nicht!

Meinungsfreiheit ist aus meiner Sicht ein zu hohes Gut, um es zu beschneiden, selbst dort, wo Grenzen des guten Geschmacks (des Geschmacks von wem eigentlich?) überschritten werden.

Ich persönlich bin dafür, objektive Gewalt und auch noch die Aufforderung zu solcher objektiven Gewalt unter Strafe zu stellen.

Juden zu töten oder andere Menschen dazu auffordern, dies zu tun, sind somit zu Recht per Gesetz als Straftaten definiert und verboten.

Doch Witze, auch antisemitische, und mögen sie für viele von uns noch so geschmacklos sein, sind weder Gewalttaten noch eine Aufforderung dazu.

Was verstehe ich unter „objektiver Gewalt“?

Objektive Gewalt muss notwendige und hinreichende Bedingungen erfüllen, um als Gewalt gelten und verboten werden zu dürfen.

Wenn ich nicht getötet werden will, aber dennoch getötet werde, erfüllt dieser Akt beide Bedingungen: meinen subjektiven Schaden (Ich will nicht getötet werden) und einen objektiven Sachverhalt der Nicht-Interpretierbarkeit seines Ergebnisses (Wenn ich getötet werde, bin ich anschließend tot).

Wenn mich jemand als „Arschloch!“ beschimpft, könnte mich das zwar subjektiv verletzen.

Doch ob ich mich von einer solchen Beschimpfung tatsächlich verletzen lasse, hängt davon ab, wie ich mich ihr gegenüber positioniere.

Entweder, ich habe derjenigen Person, die mich als „Arschloch“ bezeichnet, etwas angetan, was diese Beschimpfung rechtfertigt.

Wie könnte ich mich dann darüber aufregen?

Oder diese Person hat keinen nachvollziehbaren Grund dafür, mich „Arschloch“ zu nennen.

Doch in diesem Fall kann ich genau genommen erst recht nicht verletzt und darüber beleidigt sein.

Anstatt immer mehr (gesetzliche oder ungeschriebene gesellschaftliche) Verbote einzuführen, um nur ja nicht verletzt werden zu können, wäre es besser, Menschen von klein auf (also schon beginnend bei der Erziehung unserer Kinder) zu stärken, mit solchen Versuchen der Kränkung entspannt umzugehen.

Wenn immer mehr Menschen über „Beleidigungen“ lachen, anstatt sie sich zu Herzen zu nehmen, werden jene, die versuchen, andere damit zu verletzen, damit aufhören dies zu tun.

Und außerdem müssen wir dann auch nicht die Freiheit der Kunst bzw., noch fundamentaler, die Meinungsfreiheit beschneiden.

Non scholae sed vitae discimus…

Das geht gar nicht:

Eine der SPÖ nahestehende Lehrerin wagt es öffentlich aufzutreten und auszusprechen, was viele wissen, aber keiner sich bisher zu sagen traute:

Dass es Probleme mit (vor allem) männlichen Schulkindern mit muslimischem Background gibt.

Doch anstatt Susanne Wiesinger und ihr Anliegen ernst zu nehmen, wird gegen sie polemisiert, was das Zeug hält.

„Instrumentalisieren“ habe sie sich lassen, weil sie den „falschen Medien“ Interviews gegeben habe.

(Wiesinger ließ sich von Addendum und Servus TV interviewen bzw. zu Diskussionen einladen – beide Medien gehören Red Bull-Chef Didi Mateschitz, der mit Sicherheit kein Linker ist.)

Den „Konsens, Problem intern anzusprechen und auszudiskutieren“ habe sie verletzt.

Ihre Eindrücke wären „Einzelfälle“, einer „persönlichen Wahrnehmung“ geschuldet.

Was ist von diesen Vorwürfen zu halten?

Wenn es möglich wäre, als Lehrerin in einer politisch von Rot(-Grün), also von „Links“ dominierten Stadt Kritik zu äußern, die dann auch wahr- und ernstgenommen und öffentlich diskutiert würde, wäre es ja prinzipiell okay, auch mit anderen, „linkeren“ Medien zu sprechen.

Doch wenn die sich lange Zeit von der an der Macht befindlichen Politik dazu missbrauchen haben lassen, nicht Klartext zu reden, ist man – selbst als „rote“ Lehrerin – irgendwann dazu gezwungen, sich liberalen (oder meinetwegen konservativen) Medien zuzuwenden.

Das trifft auch auf die Verletzung des Konsens, Probleme „intern“ zu besprechen, zu.

Wenn „intern“ zwar geredet wird, diese Gespräche aber zu keinen Verbesserungen führen, weil die Verantwortlichen nicht zugeben können (oder wollen), dass sie Fehler gemacht haben, ist es unvermeidbar, an die Öffentlichkeit zu gehen, sozusagen „Whistle Blowing“ zu betreiben.

Dass man mit „Reden“ (internem noch dazu) nicht weiterkommt, ja, dass vielleicht schon viel zu lange bloß „geredet“ worden ist, bewies der Wiener Stadtschulratspräsident Heinrich Himmer beim „Talk im Hangar 7“, wo er u.a. mit eben jener Susanne Wiesinger diskutierte:

„Reden“, „Analysieren“ usw. müsse und wolle man.

Ja, eh.

Dass Wiesingers Eindrücke bloß ihre „persönlichen“ und somit nicht repräsentativ wären, ist ein weiterer Versuch, die Lehrerin als „hysterisches Hascherl“ abzukanzeln, um sich nicht weiter mit ihren Themen befassen zu müssen.

Doch Wiesinger war Jahre lang Personalvertreterin, sie dürfte also durchaus einen wesentlich umfangreicheren Blick auf die Problematik haben, als bloß jenen auf Grundlage ihrer eigenen Erfahrungen als Lehrerin an einer bestimmten Schule.

Der Spruch des Titels dieses Kommentars – „Non scholae sed vitae discimus.“ – geht auf den römischen Dichter Seneca den Jüngeren zurück.

Im Original lautet er übrigens genau umgekehrt und war als Kritik am Schulsystem seiner Zeit gedacht:

„Non vitae sed scholae discimus.“

Frei übersetzt könnte das ungefähr dies bedeuten:

„So, wie unser Schulsystem derzeit aussieht, lernen unsere Schüler nicht für ihr Leben, sondern bloß für die Schule.“

Mit nur wenig Aufwand lässt sich diese Analyse auf die Wiener Schulpolitik und ihre Diskursbereitschaft übertragen:

Diese Art von Politik dient bestenfalls den Politikerinnen und Politikern.

Der Schule und den Schülerinnen und Schülern bringt sie nichts.

Eher das Gegenteil.

Russische Revolution!

Rund sechs Jahre ist es her, dass die russische feministische, regierungs- und kirchenkritische Punkrock-Band Pussy Riot ihren berüchtigten Auftritt in der Moskauer Christ-Erlöser-Kathedrale absolviert hat.

Die Aktion war ein Protest dagegen, dass der Patriarch der Russisch-Orthodoxen Kirche, Kyrill I., Wladimir Putin bei den Präsidentenwahlen unterstützt hatte.

Die gegenseitige Stützung von weltlicher und kirchlicher Macht ist schon per se problematisch, in einem Land wie Russland, das eine bedeutende geopolitische Rolle spielt und immer wieder wegen Verstößen gegen Menschenrechte in der Kritik steht, ist sie noch viel problematischer.

Die Mitglieder von Pussy Riot wurden nach ihrer Aktion inhaftiert und traten während ihres Gefängnisaufenthalts in Hungerstreik ein.

Am 7. Februar 2013 reichten sie beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte Klage gegen Russland wegen Verstoßes gegen die Europäische Menschenrechtskonvention ein.

Nun hat der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte zugunsten der Frauen entschieden:

Russland muss mehrere tausend Euro Schmerzensgeld an die Bandmitglieder zahlen.

Das Urteil kommt zur richtigen Zeit:

Beim Finale der Fußball-WM liefen vier Mitglieder von Pussy Riot mit Polizeiuniformen bekleidet über das Spielfeld, um gegen die Inhaftierung politischer Gefangener in Russland zu protestieren.

Paris, November 2015

Man muss kein Franzose sein, um Trauer zu verspüren, Trauer darüber, dass nach kaum einem Jahr (im Jänner 2015 fand das Attentat auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ statt) schon wieder islamistische Attentäter ein Blutbad in der Stadt an der Seine angerichtet haben.

Besucher eines Fußballmatches, Besucher eines Konzerts, Besucher von Cafés – aus diesen Menschen setzt sich die Gruppe der mehr als 120 Toten zusammen.

Waren die Opfer des Anschlags auf „Charlie Hebdo“ Karikaturisten, die sich über radikale Ausprägungen des Islam lustig gemacht haben, so sind es nun völlig Unbeteiligte, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren.

Nur damit ich nicht missverstanden werde:

Auch die Karikaturisten hatten es nicht verdient, erschossen zu werden.

Aber welchen Affront gegenüber dem Islam haben sich die Opfer des 13. November 2015 geleistet, um so „bestraft“ zu werden?

Offensichtlich gehört es – aus Sicht radikalisierter Muslime – bereits zur Gottlosigkeit, Fußballfan, Liebhaber moderner Musik und Kaffeetrinker zu sein.

Nein, das wäre zu einfach.

Laut Augenzeugenbericht hätten die Attentäter Frankreichs Engagement im Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien als Grund für ihren Rachefeldzug genannt.

Aber kann man es sich als Terrorist tatsächlich so einfach machen und riskieren, Menschen zu töten, die vielleicht gar nicht geschlossen hinter ihrer Regierung und deren außenpolitischen Entscheidungen stehen?

Was, wenn es sich bei den Opfern um muslimische Franzosen handelt?

Um solche, die dezidiert das Syrien-Engagement Frankreichs nicht gutheißen?

„Kollateralschaden!“ würde ein überzeugter islamistischer Terrorist auf diesen Einwand wohl antworten.

Aber mit jeder weiteren Pirouette, die ein Gehirn dreht, drehen muss, um solche Taten zu „argumentieren“, zeigt sich, welches Ausmaß an Wahn von ihm Besitz ergriffen haben muss.

Und dennoch:

Es mag paradox erscheinen, aber Fanatismus, ganz egal, in welches Mäntelchen er sich hüllen, zu welchen „hehren“ Zielen auch immer er sich bekennen mag, ist meistens der Ausdruck großer Hilflosigkeit.

Je gewalttätiger ein Mensch ist, je mehr „Stärke“ er in seine Taten investiert, umso klarer gibt er zu erkennen, wie schwach er in Wahrheit ist.

Die letzten Helden

Nun ist er also tot: Winnetou oder besser gesagt: Pierre Brice, aber eigentlich doch: Winnetou.

Der französische Schauspieler hat den berühmten Appachen-Häuptling in den Filmen verkörpert, die meine Kindheit und Jugend und indirekt wohl auch mein Erwachsenenleben geprägt haben.

Winnetou und Old Shatterhand waren, neben Batman, Superman und Spiderman, meine Helden.

Selbst heute bekomme ich noch feuchte Augen, wenn ich den Titelsong der Filme im Radio höre.

Wenn ich erfahre, wie in den Kindergärten von heute den Kleinen eingebläut wird, dass Cowboy und Indianer zu spielen nicht okay, weil so „gewalttätig“ ist, und mit Waffen aufeinander zu schießen, „grauslich“, muss ich lachen.

Selbstverständlich haben wir Cowboy und Indianer gespielt, uns dabei jedoch nicht die Bösen, sondern Old Shatterhand und Winnetou zu Vorbildern genommen.

Wir sind durch die Prärie geritten, haben uns angepirscht und auf einander geschossen, wenn es unvermeidlich war.

Aber wir haben auch Gefangene befreit, am Lagerfeuer zusammen die Friedenspfeife geraucht und Blutsbruderschaften geschlossen.

Auch Winnetou und Old Shatterhand und ihre Freunde haben geschossen und getötet. Aber nur in Notwehr.

Hauptsächlich haben sie Menschen geholfen, die in Not waren, Armen, Schwachen, Unterdrückten.

Das hat Eindruck auf mich gemacht.

Pierre Brice war für mich Winnetou, so wie Lex Barker Old Shatterhand war und immer sein wird.

So long, du edler Appachen-Häuptling, deine Heldentaten und die Abenteuer meiner Kindheit, zu denen sie meine Freunde und mich inspiriert haben, werden mir unvergessen bleiben.

Die unerträgliche Leichtigkeit des Nichtwichtigseinwollens

Eher zufällig habe ich es erfahren, via Facebook, über das Posting einer Freundin, die ebenfalls Philosophin ist:

Odo Marquard ist tot.

Er starb vor drei Tagen (also am 9. Mai 2015) in Celle im Alter von 87 Jahren.

Ich habe nicht viel gelesen von diesem deutschen Philosophen, der mir das erste Mal in meinem Philosophiestudium begegnet ist – über einen seiner markanten Aussprüche, den ein Professor eher beiläufig erzählte und den ich mir bis heute gemerkt habe:

Die Philosophie, so Marquard, besäße die „Inkompetenzkompensationskompetenz“.

So viel augenzwinkernde Unaufgeregtheit, so viel sich selbst nicht wichtig Nehmen, ist schon beinahe Ausdruck philosophischer Genialität.

Es wundert kein bisschen, dass Marquard seine eigenen philosophischen Texte als „Transzendentalbelletristik“ bezeichnet hat.

Wer die Philosophie und ihre deutschsprachigen Kerzerlträger kennt, die sich gerne wichtig, allzu wichtig nehmen, wenn sie im Brustton der Überzeugung der eigenen Bedeutsamkeit Trivialitäten in die von Trivialitäten mittlerweile übergehende Welt hinaustragen, muss Odo Marquard dankbar dafür sein, dass er den Peter Sloterdijks und Richard David Prechts dieser Welt die Grenzen ihres Denkens und Schreibens aufgezeigt hat.

Obwohl ich, wie gesagt, nicht viel von Odo Marquard gelesen habe, alleine durch seine selbstironisch-bescheidene Art habe ich mehr gelernt als durch die Lektüre der Bücher seiner sich gerne ins Rampenlicht drängenden „Kollegen“.

O Captain! My Captain!

Robin Williams ist tot.

Der Schauspieler hat Suizid begangen.

Die wahren Gründe dafür werden wir wohl nie erfahren.

Von Depressionen sowie Alkohol- und Drogensucht ist die Rede, aber auch davon, dass er wohl im Anfangsstadium an der Nervenkrankheit Parkinson gelitten haben soll.

Ganz egal, was davon stimmen mag:

Es ist unendlich tragisch, dass gerade ein Mensch wie Robin Williams, ein begnadeter Schauspieler, der anderen Menschen so viel Freude bereiten konnte, es selbst nicht geschafft hat, glücklich zu sein.

John Keating hat für immer die Klasse verlassen.

Ich werde ihn vermissen.

Mehr Wurst..!

Ja, ich habe mich darüber gefreut – wie die meisten meiner homo- und heterosexuellen Freundinnen und Freunde -, dass mit Conchita Wurst ein homosexueller Mann in Frauenkleidern und mit Bart den Songcontest gewonnen hat.

Natürlich war der Sieg nicht alleine (oder vielleicht sogar nur in zweiter oder gar dritter Linie) dem Song selbst zu verdanken, obwohl der – auch wenn mir kein Songcontest-Song gefällt – wahrscheinlich einer der besseren war.

Es war die Botschaft von Conchita Wurst / Tom Neuwirth und die erfreuliche Tatsache, dass die Menschen in Europa grosso modo doch liberaler sind als ihre konservativen Politiker, die diesen Sieg möglich gemacht haben.

Apropos „Politiker“:

Es ist äußerst befremdlich, dass diejenigen, die sich bei ihren Worten und Taten meist darauf berufen, was „das Volk“ will, in diesem Punkt („Ausgrenzung von Homosexuellen“) von ihrer Praxis abweichen.

Laut einer Umfrage, die das Magazin „profil“ vor einiger Zeit veröffentlicht hat, stehen die Österreicherinnen und Österreicher Homosexuellen und Themen wie „Homoehe“ und „Adoption von Kindern durch homosexuelle Eltern“ weit offener gegenüber als so mancher Politiker.

Es braucht noch viele bekennende Prominente wie Conchita Wurst, bis die Einsicht, dass „Homosexualität“ nichts Widernatürliches ist, in die Köpfe der standhaftesten Verweigerer vernünftigen Denkens eingedrungen ist.

Sternschnuppen

Wissenschafter am Institut für Astrophysik der Universität Wien sind aus dem Häuschen:

Der Tag der Astrologie im Festsaal des Technischen Museums Wien, veranstaltet von der Wirtschaftskammer, würde, so sinngemäß die Kritik der Astrophysiker, die esoterische „Lehre“ Astrologie adeln.

Die Direktorin des Technischen Museums, Gabriele Zuna-Kratky, hingegen hat kein Problem damit, den Astrologen ihr Haus für die Veranstaltung zur Verfügung zu stellen. Geld stinkt wohl – zumindest in ihrer Nase – nicht.

Dass Astrophysiker Schwierigkeiten damit haben, wenn Astrologen in die heiligen Hallen der Wissenschaft vordringen und ihrer esoterischen Lehre dadurch einen seriösen Anstrich verleihen könnten, leuchtet ein.

Ihre Kritik ähnelt jener von Biologen an Lobbyisten, die versuchen, in manchen US-Bundesstaaten „Kreationismus“ bzw. „Intelligent Design“ gleichberechtigt neben der „Evolutionstheorie“ im Schulunterricht zu verankern.

Astrologen dürfen selbstverständlich, so wie alle Menschen in einem säkularen Rechtsstaat, ihren Überzeugungen anhängen und Veranstaltungen abhalten, so lange diese weder gegen Gesetze verstoßen, noch andere Menschen gefährden. Dafür stehen ihnen unzählige Räumlichkeiten zur Verfügung.

Das Technische Museum Wien aber ist ein Hort der Wissenschaft und sollte das auch klar zu erkennen geben – durch die Weigerung, einer unwissenschaftlichen Veranstaltung Raum zu bieten.

Let the riot go on..!

Kaum entlassen, haben sich Marija Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa von „Pussy Riot“ auch schon klar und mutig zu ihren Überzeugungen bekannt und ihre Begnadigung durch den russischen Präsidenten Wladimir Putin so kommentiert:

„Das ist kein humanitärer Akt, das ist ein PR-Trick.“

In Österreich gegen die Angelobung einer Regierung zu demonstrieren, mag in Ordnung sein. Wer jedoch seine Freiheit oder sogar sein Leben riskiert, um für Menschenrechte einzutreten, wie die Mitglieder von „Pussy Riot“ oder die beiden US-Whistle Blower Bradley Manning und Edward Snowden, sollte uns den höchsten Respekt abnötigen.

Leider werden wohl auch in Zukunft Menschen gefragt sein, die es wagen, gegen die Herrschenden aufzubegehren und ihre Verbrechen anzuprangern.

Mögen sich genug Mutige finden, die diese unverzichtbare zivilgesellschaftliche Aufgabe zu übernehmen bereit sind!